Ladakh
Fläche 97.000 km2
(davon ist das Aksai-Chin-Gebiet
mit 38.000 km 2 seit 1958 von
China besetzt)
Einwohner 140.000
Hauptstadt Leh
Staatsform Parlamentarisch-demokratische
Republik mit bundesstaatlicher
Ordnung. Ladakh und Zanskar
gehören seit 1934 zu einem
Bundesstaat der Indischen Union
Religionen Tibetischer Buddhismus, Islam
Sprachen Ladakhi, Zanskari, Urdu und
verschiedene Dialekte
Geografie und Landeskunde:
Administrativ gehören Ladakh und Zanskar als
Provinz des indischen Bundesstaats Jammu und
Kaschmir zusammen, nicht aber als geografische Region. Zwischen Karakorum und Himalaya zu beiden Seiten des Indus gelegen, sind Ladakh und Zanskar mit einer durchschnittlichen
Höhenlage von 3.500 m durch extreme Trockenheit und vegetationslose Trockensteppen geprägt. Höchster Gipfel ist der 7.672 m
hohen Saser Kangri. Entlang der Wasserläufe,
die sich durch Schmelzwasser auf den Hoch-ebenen
bilden, gedeiht eine bunte Gräser- und
Blumenpracht. Während des kurzen Sommers
klettern die Temperaturen bis zu 30 Grad, im
Winter dagegen können sie in Extremlagen auf
minus 40 Grad absinken. Selbst die tageszeit-lichen
Temperaturschwankungen sind groß.
Doch trotz dieser harten klimatischen Bedin-gungen,
sind in Ladakh und Zanskar neben
Wölfen, Bären, Wildeseln und dem seltenen
Schneeleopard auch widerstandsfähige Horn-tiere
wie Gämsen, Ziegen, Antilopen und Blau-schafe
heimisch.
Geschichte und Politik:
Als Teil des tibetischen Großreichs wurde Ladakh zu Beginn des 11. Jhs. ein unabhängiges Königreich, dessen Herrscher den buddhistischen Glauben förderte und nach tibetischem
Vorbild erste Klöster als religiöse Zentren errichten ließ. Auf Grund der Lehren des indischen Tantrikers Padmasambhava hatte der Buddhismus schon während des 8. Jhs. in
Ladakh Fuß gefasst. Interne Zwistigkeiten im ladakhischen Königshaus zerrütteten während des 15. Jhs. die Stabilität des Landes und es versank für einige Zeit im Chaos. Erst 1470 nahmen
die Machthaber der Namgyal-Dynastie wieder fest die Fäden in die Hand und lenkten über 400 Jahre hinweg das Schicksal der Region. 1834 unterlag Ladakh den Übergriffen indischer
Dogras und wurde wenige Jahre später dem Raj von Jammu zugesprochen. Mit der indischen Unabhängigkeit ist Ladakh in den seit 1949 schwelenden Kaschmirkonflikt geraten, da
sowohl Indien als auch Pakistan das Gebiet für sich beanspruchen. Aggressionen zwischen Buddhisten und Moslems flackern immer wieder auf. Weiteren Zündstoff für die angespannte
Lage liefert die Besetzung der Aksai-Chin-Region im Jahr 1962 durch die Chinesen. Die Kailash Autonomie-Forderungen Ladakhs werden bis auf geringe Zugeständnisse innerhalb des Verwaltungsapparates
von Indien strikt abgelehnt.
Bevölkerung und Kultur:
Als Spiegel ihrer Vergangenheit sind die Ladakhis eine Mischung aus indoarischen Darden und Tibetern. Ihre enge Naturverbundenheit und die Sichtweise selbst ein Teil dieser Schöpfung
zu sein, hat eine tiefe Religiosität hervor gebracht. Das soziale Alltagsleben ist davon genauso durchdrungen wie Traditionen, Kunst und Kultur. Neben einigen Halbnomaden ist
der Großteil der Bevölkerung sesshaft. In der dünn besiedelten und während des Winters für Monate abgeschnittenen Region Zanskar ist das kulturelle Leben dem in Ladakh sehr ähnlich.
Wirtschaft und Industrie:
Neben Handel, internationalem Tourismus und
dem Militär als Arbeitgeber, spielen Landwirtschaft und Viehhaltung zur Sicherung des Lebensunterhalts nach wie vor die entscheidende Rolle. Dabei können auf Grund der
Höhenlage und der Trockenheit nur etwa 236 km 2 als Ackerland bewirtschaftet werden. Terrassenfelder mit raffinierten Bewässerungssystemen ermöglichen den Anbau von Getreide
und Gemüse bis in Höhen von 4.500 m. In niederen und geschützten Lagen gedeihen während der kurzen Sommerzeit Aprikosen- und Walnussbäume.
Weiterführende Links:
www.buddhanetz.org/projekte/ladakh.html
www.hrb.at/pakistan/ind_leh.html
www.baukunst.tuwien.ac.at/ladakh
www.lingshed.org
www.ladakh-tourism.com
www.dieter-glogowski.de
