Glossar
Achtfacher Pfad Von -> Buddha aufgezeigter Weg,
um den leidvollen Kreislauf des Daseins in acht miteinander
verbundenen Schritten zu überwinden:
rechte Ansicht, rechte Absicht, rechte Rede, rechtes
Handeln, rechte Lebensführung, rechtes Streben,
rechte Achtsamkeit und rechte Konzentration.
Amitabha Einer der fünf Meditationsbuddhas des
-> Mahayana, aus dem Ur-Buddha entstanden.
Amitabha ist Spender des Lichts und des Lebens.
Arhat skt. »Der Würdige«. Heiliger, der zu Lebzeiten
das Y Nirvana erreicht hat und nicht mehr wieder-geboren
wird. Im Y Mahayana gibt es die Vorstel-lung
von mehreren Arhats, die bis zum Kommen
des nächsten Y Buddhas in der Welt verbleiben.
Avalokiteshvara Y Bodhisattva. Y Buddha des Mit-gefühls.
Meditationsgottheit. Schutzpatron Tibets.
Bardo Thödol Das Tibetische Totenbuch. Soll von
Y Padmasambhava als Y Terma versteckt worden
sein. Seit dem 14. Jh. in Tibet verwendet.
Bardo Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt.
Nach tibetischem Glauben verbleibt der Geist 49
Tage lang in einem Zustand zwischen den Leben.
Solange entscheidet sich, in welchen der ->Y Lebensradbereiche
man erneut hineingeboren wird.
Barkhor Umrundungsweg des -> Jokhangs.
Bodhicitta skt. »Erleuchtungsgeist«. Im -> Mahayana
das altruistische Streben nach Erleuchtung zum
Wohle aller Lebewesen.
Bodhisattva skt. »Erleuchtungswesen«. Praktizierender
des -> Mahayanas oder -> Vajrayanas auf dem
Weg zur Buddhaschaft mit der Motivation des
-> Bodhicitta. Erleuchteter, der anderen auf dem Weg
zur Buddhaschaft hilft.
Bönpo Vorbuddhistischer Volksglauben im Hima-layaraum.
Eine von animistischen und magischen
Elementen geprägte Naturreligion.
Brahmanen Angehörige des Priester- und Gelehr-tenstandes
im hinduistischen Kastensystem.
Buddha skt. »Der Erwachte«. Titel eines Erleuchte-ten.
Bezeichnet nicht nur den historischen Buddha,
sondern auch Vorgänger oder Maitreya, den erwar-teten
Buddha am Ende des gegenwärtigen Weltzeitalters.
Chang Bier aus Gerste, Mais oder Hirse.
Chörten tib.; Stupa skt. »Verehrungshügel«. Budd-histischer
Reliquienbau.
Dalai Lama »Ozean der Weisheit«. Mongolischer
Ehrentitel, der dem 3. Oberhaupt der Y Gelugpa von
Altan Khan verliehen wurde. Seit dem 5. Dalai Lama
(1617-1682) religiöses und politisches Oberhaupt
Tibets. Der Dalai Lama gilt als Inkarnation -> Avaloki-teshvaras
und als Reinkarnation seines jeweiligen
Vorgängers.
Dhammapada skt. »Pfad der Lehre«. Alter buddhis-tischer
Text aus dem Pali-Kanon, der die Kernaussa-ge
der Lehre -> Buddhas enthält.
Dharma skt. »Das Tragende«. Kosmische Ordnung.
Gesamtheit der Lehren Buddhas. Der komplexe
Begriff bezieht sich auf zwei Aspekte: das Dharma
der Schriften und das Dharma der Verwirklichung
als Ergebnis spiritueller Praxis.
Dokhang Versammlungshalle. Hauptgebetsraum in
tibetischen Klöstern.
Dorje tib. Vajra skt. »Diamantzepter, Donnerkeil«.
Ritualgerät als Symbol der Methode des selbstlosen
Wirkens zum Wohle aller Lebewesen.
Dzong tib. »Festung«. Befestigte Verwaltungszen-tren
tibetischer Provinzgouverneure. In Bhutan sind
große Klöster angeschlossen: Klosterburgen.
Ganda skt. »Glocke«. Symbol intuitiver Weisheit.
Ganda und -> Dorje werden während ritueller Hand-lungen
in den Zustand einer Einheit versetzt.
Ganesha skt. »Herr der Scharen«. Elefantenköpfiger,
hinduistischer Gott der Weisheit. Sohn der Göttin
Parvati.
Gelugpa tib. »Schule der Tugendhaften«. Eine der
vier Hauptschulen im Tibetischen Buddhismus. Von
dem Reformer -> Tsonkhapa gegründet. Textstudium
und Einhaltung der moralischen Regeln des
Mönchsgelübdes stehen im Vordergrund. Auch
Gelbmützen genannt.
Gompa tib.»Kloster«.
Gott Brahma 1)Höchster Gott der Hindu-Dreiheit
Brahma, Vishnu, Y Shiva. 2) skt. »Kleines Fahrzeug«.
Buddhistische Tradition, bei der die Erleuchtung des
Einzelnen im Wesentlichen durch die Praxis der
Gewaltlosigkeit und des Nichtschadens angestrebt
wird.
Jainismus Von Vardhamana um 500 v.Chr. verbreite-te
indische Religion. Die Welt wird nicht von einem
Gott regiert, sondern durch kosmische und morali-sche
Gesetze bestimmt.
Jobo Rinpoche In tibetischen Klöstern verehrte Kult-statue
des Y Avalokiteshvaras.
Jokhang tib. »Haus des -> Jobo«. Wichtigster Tempel
in Lhasa.
Kagyüpa tib. »Durch das Wort überliefert«. Eine der
vier Hauptschulen des Tibetischen Buddhismus.
Von Y Marpa, dem Lehrer -> Milarepas, gegründet.
Kang Rinpoche tib. Bezeichnung für den heiligsten
Berg der Buddhisten, Hindus, Jainas und Y Bönpos.
Skt. Kailash. Nach der tibetischen Kosmologie ent-spricht
er dem mythischen Weltenberg -> Meru.
Kanjur tib. »Übersetzung der Worte«. Umfangrei-che,
kanonische Schriftensammlung des tibetischen
Buddhismus.
Karma skt. »Tat«. Vergeltungskausalität, die Voraus-setzungen
für eine neue Existenz bewirkt.
Karmapa Oberhaupt des Klosters Tsurphu in Zen-traltibet.
Höchster Tulku, eine Emanation -> Buddhas,
der Karma-Kagyü-Schule.
Kora Weg für rituelle Umwanderungen heiliger
Stätten.
Lama Tibetischer spiritueller Lehrer.
Lamrim tib. »Stufenweg«. Literaturgattung des
Tibetischen Buddhismus.
Lebensrad Vor seiner Erleuchtung erkannte Y Budd-ha
Shakyamuni den ewigen Kreislauf des Lebens, im
Augenblick seiner Erleuchtung die Ursachen und
den Weg zur Erlösung. Seine visionäre Erkenntnis
wird im Lebensrad verbildlicht.
Lingam Kultstein in Form eines Phallus. Symbol für
die schöpferische Kraft Gott -> Shivas.
Lingkhor Der äußere Umwanderungsweg in Lhasa.
Mahayana skt. »Großes Fahrzeug«. Buddhistischer
Weg, der sich um Erleuchtung zum Nutzen aller
bemüht. Ideal des -> Mahayana ist der -> Bodhisattva.
Mala Gebetskette aus 108 Perlen. Diese Zahl ist den
Tibetern heilig.
Mandala skt. »Kreis, Bogen«. Kreisförmiges oder
vieleckiges Diagramm. Symbolisiert das Universum.
Manistein Mani skt. »Kleinod«. Steine, in die -> Mantras
geritzt sind. Zusammengefügt bilden sie Manimauern.
Oft an Pilgerwegen oder bei Klöstern.
Manjushri Meditationsgottheit und Bodhisattva
der höchsten Weisheit.
Mantra Meditationsformeln, die meist viele Male
wiederholt werden und den Geist vor negativen
Gedanken schützen.
Mara skt. »Tod«. Herr der Begierde, Personifikation
des Bösen.
Meru mythischer Weltenberg der indisch-tibetischen
Kosmologie. Seine irdische Entsprechung
wird im Kailash gesehen.
Mudra skt. »Zeichen, Siegel«. Symbolische Geste der
Hände im Hinduismus und Buddhismus.
Nirvana skt. »Verwehen«. Befreiung aus den zyklischen
Existenzen des leidvollen Daseinskreislaufs.
Nyingmapa tib. »Schule der Alten«. Eine der vier
Hauptschulen des Tibetischen Buddhismus. Sie
geht auf Padmasambhava und die ersten Übersetzungen
der Lehre -> Buddhas aus dem Sanskrit
zurück. Auch als Rotmützenschule bezeichnet.
Panchen Lama Nach dem -> Dalai Lama die zweithöchste
geistliche Autorität der -> Gelugpa-Tradition.
Potala Palast des Dalai Lamas in Lhasa.
Puja skt. Puj »verehren«. Verehrung, Zeremonie,
Ritual, Andacht.
Rad der Lehre Von -> Buddha in Bewegung gesetzt.
Acht Speichen symbolisieren den -> Achtfachen Pfad.
Rinpoche tib. »Der Kostbare«. Ehrentitel.
Sadhu skt. »Guter«. Bezeichnung von asketisch
lebenden, hinduistischen Heiligen oder Mönchen.
Sakyapa tib. Eine der vier Hauptrichtungen des
Tibetischen Buddhismus. Benannt nach ihrem
Stammkloster in Tibet.
Samsara skt. »Wanderung«. Durch -> Karma verursachter,
als Unheil empfundener Kreislauf aller
Lebewesen.
Sangha skt. »Schar, Versammlung«. Bezeichnung
der buddhistischen Gemeinde.
Shiva Nataraja skt. »Herr des Tanzes«. Hindugott,
der die Schöpfung hervortanzt und wieder zerstört.
Sutra skt. »Leitfaden«. Religiöse Texte im Hinduismus
und Buddhismus.
Tantra, Tantrismus skt. »Gewebe«. Bezeichnung von
Texten oder eines religiösen Systems im
Buddhismus und Hinduismus.
Tara skt. »Stern«. Weibliche Meditationsgottheit.
Terma tib. »Schatzfund«. Von -> Padmasambhava
versteckte Texte oder Objekte, die Jahrhunderte
später wieder gefunden werden sollen.
Vajrayana skt. »Diamantfahrzeug«. Tantrische Richtung
des -> Mahayana-Buddhismus, der vor allem im
tibetischen Kulturkreis praktiziert wird.
Vier Edle Wahrheiten Zentrale Lehre -> Buddhas. Die
Wahrheit des Leidens, die Wahrheit von der Ursache
des Leidens, die Wahrheit vom Ende des Leidens, die
Wahrheit vom Weg, der zur Aufhebung des Leidens
führt ( -> Achtfacher Pfad).
Yama Totengott, der die Menschen richtet.
