Bhutan
Fläche 47.000 km 2
Einwohner 2.094.176 (Juli 2002)
Hauptstadt Thimphu
Staatsform Konstitutionelle Monarchie
Religionen Tibetischer Buddhismus, Hinduismus
Sprachen Dzongkha (Amtssprache),
tibet. und nepalesische Dialekte
Geografie und Landeskunde:
Das im östlichen Himalaya gelegene Königreich grenzt im Norden an Tibet, im Süden, Osten und Westen an Indien. Bhutans Einwohner nennen ihre Heimat Druk Yul, Drachenland. Trotz der relativ geringen Fläche des Landes
bestimmen drei unterschiedliche Klima- und Vegetationszonen das Landschaftsprofil. Von subtropischen, über gemäßigte bis zu alpinen Lagen geprägt, ist die Flora und Fauna dementsprechend abwechslungsreich. Das Höhenniveau
variiert zwischen 200 m und 7.554 m (Kulha Gangri). Die jährlichen Niederschlagsmengen sind monsunabhängig und schwanken je nach Landstrich zwischen 500 mm bis 5.000 mm. Bhutan liegt auf demselben Breitengrad
wie Mittelägypten.
Geschichte und Politik:
Wie schon zuvor in Tibet, führte der große Meister Padmasambhava im 8. Jh. den tantrischen Buddhismus in Bhutan ein, der sich durch eine im 9. Jh. einsetzende Einwanderungswelle aus dem buddhistischen Norden
mehr und mehr festigte. Unter den sich entwickelnden verschiedenen religiösen Richtungen des Buddhismus behauptete sich die Drukpa-Kagyüpa-Schule. Und so war es auch ein Druk-pa-Mönch, der im 17. Jh. den Grundstein zur
Errichtung eines einheitlichen Staates mit einem dualen Regierungssystem gelegt hat. Der tibetische Buddhismus wurde Staatsreligion. Immer wieder aufflackernde interne Spannungen und die zunehmende Einmischung der Briten
während des 18. und 19. Jhs. mündeten 1907 in der Ablösung des alten Regierungssystems durch eine erbliche Monarchie. 1949 erkannte Indien die formelle Unabhängigkeit Bhutans an. Die Konzipierung und schrittweise Realisierung einer Öffnungs-
und Reformpolitik durch Jigme Dorji Wangchuk, den dritten König Bhutans, wird seit 1972 unter Bewahrung von Kultur, Tradition und umweltgerechter Modernisierung, von dessen Sohn fortgeführt, Seiner Majestät Jigme Singhye Wangchuk. Umstritten
ist die 1989 in Kraft getretene Bhutanisierungskampagne der Regierung, die ethnische Minderheiten aus dem Land zu drängen versucht.
Bevölkerung und Kultur:
Die Bevölkerung Bhutans bildet keine ethnische Einheit, sondern setzt sich aus etwa 50% Bhutia, 35% Nepalesen und 15% anderer Volksgruppen zusammen. So herrscht neben der Amtssprache Dzongkha, für die es erst seit gut 30 Jahren eine Schriftsprache gibt, ein babylonisches
Gewirr von unterschiedlichen Sprachen und Dialekten. Die Analphabetenrate liegt bei 57,8%. Charakteristisch für Bhutan ist das enge Nebeneinander von Religion, Politik und Alltag. Der höchste geistliche Würdenträger, der Je Khenpo, hat ein Mitspracherecht in geistlichen
wie in weltlichen Angelegenheiten. Klöster und Klosterburgen (Dzongs) sind für die Bevölkerung eine zentrale Institution. Nicht nur als Zentrum des religiösen Lebens, sondern auch als Schaltstelle der Verwaltung und allgemeiner, marktähnlicher Treffpunkt spielen sie für
das soziale Leben eine bedeutende Rolle. Durch die Isolation und nur zögernde Öffnung des Landes haben sich traditionelle Lebensformen über Jahrhunderte nahezu unverfälscht erhalten. Mittelpunkt des Lebens ist die Familie, in der Frauen einen hohen Status genießen.
Wirtschaft und Industrie:
Bei einem Anteil der ländlichen Bevölkerung von rund 85% ist die Agrarwirtschaft mit einer Landnutzung von etwa 8% der dominierende Wirtschaftszweig. Die Bedeutung von Handwerk, Industrie oder dem Dienstleitungssektor ist vergleichsweise bescheiden. Unter Exportgütern
wie Zement, Holz, Früchte und Gewürzen ist Elektrizität das wichtigste, denn Bhutan verfügt vor allem über die Ressource Wasserkraft. Zielsetzung ist neben dem Ausbau der Infrastruktur die Entwicklung von Industrie und Handel.
Weiterführende Links:
www.kingdomofbhutan.com
www.dse.de/za/lis/bhutan
www.helvetas.org.bt
www.amnesty.org/report2004/Btn-summary-eng
www.dieter-glogowski.de
